Weißes X

Hinsehen, nicht wegschauen!

Sexueller Kindesmissbrauch ist ein Thema, über das wir reden müssen.

Dem Sport, insbesondere dem Fußball, wird ein großes soziales Potential zugeschrieben. Der Sport verbindet. Der Sport erzieht. Der Sport stärkt die Integration. Der Sport kennt keine Grenzen. Kurzum: Der Sport kann helfen, einige Probleme unserer Gesellschaft zu lösen. Das stimmt, doch wir dürfen nicht blauäugig sein. Der Sport ist gleichzeitig ein Gefahrenort, ein blinder Fleck, an dem das Risikopotential für sexualisierte Gewalt unterschätzt oder gar übersehen wird. Darum will der FC Gudesding auf das Thema aufmerksam machen und einen Teil dazu beitragen, sexuellen Kindesmissbrauch im Fußball zu enttabuisieren.

Unser Vereinsmitglied Adrian Koerfer engagiert sich bereits seit vielen Jahren im Kampf gegen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen und hat das Thema bei Gudesding auf den Schirm gerufen. Seit Beginn der Saison 2017/18 tragen unsere erwachsenen Mannschaften ein besonderes Zeichen auf dem Ärmel ihrer Trikots: Das „Weiße X“ steht für die Initiative „Kein Raum für Missbrauch“ des „Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs“, Johannes-Wilhelm Rörig.

Der FC Gudesding hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieses Thema ins Bewusstsein zu rufen, das in der Gesellschaft, aber auch im Sport immer noch viel zu wenig Beachtung erfährt. Das Statement zu dieser Aktion von Johannes-Wilhelm Rörig beweist die Einzigartigkeit dieser Aktion im deutschen Amateurfußball:

„Der Verein setzt damit ein deutliches Zeichen gegen sexuellen Missbrauch und fordert damit zugleich Schutz und Hilfe für Mädchen und Jungen im Fußball ein. Der FC Gudesding macht klar: Im Sport, besonders im Fußball, darf es keinen Raum für Missbrauch geben! [...] Es freut mich deshalb ganz besonders, dass ein junger Frankfurter Verein aus der Kreisliga A jetzt ein leuchtendes Vorbild für die mehr als 25.000 Fußballvereine in Deutschland ist. Wenn sich künftig alle Vereine so klar gegen Missbrauch stellen, würde der Fußball seiner gesellschaftlichen Verantwortung gerecht, Täterstrategien besser durchkreuzt und Schutz- und Hilfsmaßnahmen gelebter sportlicher Alltag sein.“

Während die deutschen Proficlubs auch noch die Ärmel ihrer Trikots als neue Werbefläche erschlossen haben, laufen unsere erwachsenen Teams mit dem „Weißen X“ am linken Arm auf, um Haltung zu zeigen und ein Statement zu setzen. Zusätzlich spricht Gudesding mit seinen Mitgliedern über das Thema, bietet bei gut besuchten Heimspielen und Veranstaltungen Informationsmaterial an und hat ein sechsköpfiges Komitee zum Thema ins Leben gerufen. Wir wollen neue Wege gehen, uns mit anderen Vereinen und Verbänden vernetzen und gemeinsam Informationsveranstaltungen anbieten.

Vereine müssen sich klar gegen sexualisierte Gewalt einsetzen und sichere Orte sein, in denen Jungen und Mädchen sich entfalten können. Das ist unser Ziel. Dafür stehen wir ein.